„Was kostet eine Regalprüfung?“ – diese Frage hören wir fast täglich. Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Der Preis hängt von mehreren Faktoren ab, und genau das ist auch richtig so, denn jedes Lager ist anders. Damit Sie nicht im Dunkeln tappen, erklären wir, welche Faktoren den Preis bestimmen, mit welcher Größenordnung Sie rechnen können und woran Sie ein faires Angebot erkennen.
Lohnt sich die Regalprüfung überhaupt?
Vorweg: Die Regalprüfung ist keine freiwillige Ausgabe, sondern gesetzliche Pflicht. Welche Vorgaben und Fristen dabei gelten und wer verantwortlich ist, haben wir in einem eigenen Beitrag ausführlich erklärt. Gemessen an den Folgen eines Regaleinsturzes – Personenschäden, Warenverlust, Betriebsausfall und persönliche Haftung – sind die Kosten einer Prüfung gering. Die richtige Frage lautet daher nicht „ob“, sondern „in welchem Umfang und zu welchem Preis“.
Diese Faktoren bestimmen den Preis
Einen Pauschalpreis für „die Regalprüfung“ gibt es nicht. Vier Faktoren haben den größten Einfluss darauf, was Ihre Prüfung am Ende kostet:

- Anzahl der Regalfelder: der wichtigste Faktor. Je mehr Felder geprüft werden, desto höher der Gesamtaufwand – der Preis pro Feld sinkt dabei in der Regel mit der Menge.
- Anfahrt und Standort: Entfernung und Region wirken sich auf die Anfahrtskosten aus. Anbieter aus Ihrer Nähe sind hier oft im Vorteil.
- Zustand und Umfang: Stark beanspruchte, verwinkelte oder schlecht zugängliche Anlagen erhöhen den Prüfaufwand.
- Dokumentation: Ein ausführlicher, rechtssicherer Prüfbericht mit Fotos und Handlungsempfehlungen ist deutlich mehr wert als eine bloße Mängelliste.
Hinzu kommen kleinere Einflüsse wie der Regaltyp und die Zugänglichkeit: Hohe Anlagen, die nur mit Hilfsmitteln erreichbar sind, oder Sonderbauformen wie Kragarm- und Durchlaufregale erfordern etwas mehr Zeit. Auch wie gut die Anlagen gekennzeichnet und zugänglich sind, wirkt sich auf den Aufwand aus. Ein aufgeräumtes, frei zugängliches Lager lässt sich schneller prüfen – ein weiterer guter Grund, Ordnung zu halten.
Womit Sie ungefähr rechnen können
Eine seriöse Ferndiagnose des Preises ist unmöglich – seien Sie bei pauschalen Festpreisen ohne jede Rückfrage eher skeptisch. Als grobe Orientierung berechnen viele Anbieter pro geprüftem Regalfeld einen niedrigen einstelligen bis mittleren zweistelligen Eurobetrag, häufig kombiniert mit einer Mindestpauschale und der Anfahrt. Für kleinere Lager ist eine Komplettpauschale üblich, für größere Anlagen ein Preis pro Feld. Den belastbaren Preis erfahren Sie nur über ein individuelles Angebot auf Basis Ihrer konkreten Anlage – und genau das sollten Sie auch einfordern.
So lässt sich ein Angebot grob nachvollziehen: In der Regel setzt es sich aus einer Grund- bzw. Anfahrtspauschale und dem Preis je geprüftem Regalfeld zusammen. Bei vielen Feldern fällt der Stückpreis, weil die Anfahrt nur einmal anfällt und der Prüfer effizient von Feld zu Feld arbeiten kann. Eine größere, zusammenhängende Anlage ist pro Feld also fast immer günstiger als wenige verstreute Regale. Lassen Sie sich die Kalkulation ruhig aufschlüsseln – ein seriöser Anbieter legt sie offen.
Spart eine eigene Sichtkontrolle Kosten?
Teilweise ja. Die laufende Sichtkontrolle durch eingewiesene Mitarbeiter ist ohnehin vorgeschrieben und kostet Sie nur etwas Zeit. Sie ersetzt zwar nicht die jährliche Hauptprüfung durch eine befähigte Person, sorgt aber dafür, dass Schäden früh auffallen und nicht teuer eskalieren. Wer seine Anlage gut pflegt und dokumentiert, hält den Aufwand der Hauptprüfung gering – und vermeidet Folgekosten durch übersehene Mängel. Unsere kostenlose Checkliste unterstützt Sie genau dabei.
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Wie oft fallen die Kosten an?
Die Hauptprüfung steht mindestens einmal jährlich an – so sehen es die gesetzlichen Vorgaben vor. Die Kosten sind also ein wiederkehrender, gut planbarer Posten, kein einmaliger Ausreißer. Viele Betriebe vereinbaren deshalb einen festen Prüfturnus mit Erinnerungsservice. Das hat zwei Vorteile: Sie verpassen keine Frist, und der Prüfer kennt Ihre Anlage bereits, was die Prüfung effizienter und damit oft günstiger macht. Bei sehr intensiver Nutzung kann ein kürzeres Intervall sinnvoll sein – das besprechen Sie am besten direkt mit Ihrem Prüfer.
Sind die Kosten steuerlich absetzbar?
In aller Regel ja: Die Regalprüfung ist eine betrieblich veranlasste Ausgabe und damit als Betriebsausgabe absetzbar. Damit relativieren sich die Kosten zusätzlich. Verbindliche Auskünfte gibt natürlich Ihr Steuerberater – aber unterm Strich ist die Prüfung deutlich günstiger, als die reine Rechnungssumme zunächst vermuten lässt.
Was in einem guten Angebot enthalten sein sollte
Ein gutes Angebot ist transparent und vollständig. Achten Sie darauf, dass die Prüfung durch eine befähigte Person nach DIN EN 15635 und DGUV Regel 108-007 erfolgt und ein rechtssicherer Prüfbericht mit Fotodokumentation und Bewertung nach dem Ampelsystem enthalten ist. Anfahrt und mögliche Zusatzkosten sollten klar ausgewiesen sein, damit es hinterher keine Überraschungen gibt. Unsere kostenlose Angebots-Checkliste oben hilft Ihnen dabei, mehrere Angebote fair und auf Augenhöhe zu vergleichen.
Der teuerste Fehler: an der falschen Stelle sparen
Das günstigste Angebot ist selten das beste. Wird nur oberflächlich geprüft oder schlecht dokumentiert, ist im Schadensfall niemandem geholfen – und die vermeintliche Ersparnis wird schnell teuer. Wichtiger als der reine Preis ist, dass Mängel zuverlässig erkannt und – etwa nach einem Anfahrschaden – fachgerecht behoben werden. Idealerweise kommen Prüfung und Regalreparatur aus einer Hand: Das spart Abstimmung, Zeit und am Ende auch Geld.
Fazit
Die Kosten einer Regalprüfung hängen vor allem von der Anzahl der Felder, der Anfahrt, dem Zustand der Anlage und dem Umfang der Dokumentation ab. Statt nur auf den Preis zu schauen, sollten Sie auf Leistung und Nachweisbarkeit achten – denn eine ordentliche Prüfung ist immer günstiger als ein Unfall. Fordern Sie am besten ein transparentes, individuelles Angebot an; mit unserer Checkliste haben Sie alle Vergleichskriterien direkt zur Hand.
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